Musik

Innerhalb des sprachlich-literarisch-künstlerischen Aufgabenfelds der gymnasialen Oberstufe besitzen die Fächer Deutsch, Kunst und Musik neben ihrer fachspezifischen Ausrichtung Gemeinsamkeiten: Sie leisten innerhalb des Fächerkanons der Sekundarstufe II wesentliche Beiträge zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung, die die Wahrnehmung, Gestaltung und Reflexion der Vielgestaltigkeit von Kultur und Lebenswirklichkeit umfassen.

Insbesondere das Fach Musik trägt aufgrund der umfassenden Präsenz und Verfügbarkeit von Musik dazu bei, den heranwachsenden Menschen zu befähigen, seine künstlerisch-ästhetische Identität weiterzuentwickeln, sein kreatives und musikalisches Gestaltungspotential zu entfalten und seine kulturelle Orientierung auszubauen. Darüber hinaus soll er sein ästhetisches Reflexions-und Urteilsvermögen vertiefen.

Neben den musikalisch-ästhetischen Kompetenzen erweitern die Schülerinnen und Schüler im Musikunterricht der gymnasialen Oberstufe handlungsbezogene Kompetenzen. Dabei handelt es sich um musikbezogene Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sich auf alle Erfahrungs-, Wissens- und Handlungsfelder in der Auseinandersetzung mit Musik beziehen.

Themenbereiche

  • Entwicklung von Musik: Epochenübersicht vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Die Oper von Monteverdi bis Weill, Von der Einstimmigkeit zur Mehrstimmigkeit
  • Bedeutung von Musik: Einführung in die musikalische Analyse, Programmmusik, Musik als Textdeutung, moderne Formen des musikalischen Ausdrucks
  • Verwendung von Musik: Musik in der Werbung, Musik als Zeugnis gesellschaftspolitischen Engagements, Musik als Medium kultureller Identität

Im Zentrum des Musikunterrichts stehen die drei Kompetenzbereiche Musik produzieren, Musik hören und Musik reflektieren.

Die Produktion von Musik wird als elementares und wichtigstes Mittel des musikalischen Lernens betrachtet. So erfinden die Schülerinnen und Schüler einfache musikalische Strukturen unter Berücksichtigung musikalischer Konventionen und realisieren vokale und instrumentale Kompositionen und Improvisationen sowie eigeneklangliche Gestaltungen mit unterschiedlichenAusdrucksabsichten.

Das Hören von Musik bedeutet im Sinne einer bewussten Auseinandersetzung analytisches und interpretierendes Verstehen. Die Schülerinnen und Schüler lernen in der gymnasialen Oberstufe subjektive Höreindrücke zu beschreiben und zu vergleichen, musikalische Strukturen zu analysieren und darauf aufbauend Deutungsansätze zu formulieren und ihre Analyseergebnisse zu interpretieren.

Beim Reflektieren von Musik erläutern die Schülerinnen und Schüler Zusammenhänge zwischen ästhetischen Konzeptionen und musikalischen Strukturen, erörtern musikalische Problemstellungen und beurteilen kriteriengeleitet Gestaltungsergebnisse sowie musikalische Interpretationen.

Für eine erfolgreiche Teilnahme am Grundkurs Musik ist es ist nicht nötig, zu Beginn der Oberstufe ein Instrument spielen oder perfekt Noten lesen zu können. Vorausgesetzt wird lediglich die Bereitschaft, sich mit Anteilnahme und Sensibilität auf Musik – bekannte Musik ebenso wie unbekannte, geliebte Musik ebenso wie ungeliebte – einzulassen und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Als ebenso wichtig wird die Fähigkeit erachtet, sich auf den eigenen Körper einlassen zu können und ihn mit seinen Möglichkeiten und Grenzen in der Ausübung wie auch in der Wahrnehmung von Musik zu erkunden.