Philosophie

Philosophie, lat. philosophía bedeutet wörtlich die „Liebe zur Weisheit“ und damit befasst sich das Fach Philosophie in erster Linie mit der Suche nach Antworten auf Fragen, die sich der Mensch schon gestellt hat, seit er ein Bewusstsein hat, nämlich Fragen wie: „Wo komme ich her?“, „Was passiert, wenn ich sterbe?“, „Wie hängen die Dinge in der Welt sinnvollerweise zusammen?“ usw. Die Aufgabe des Faches Philosophie besteht darin, zum Verstehen der Wirklichkeit in ihren vielfältigen Dimensionen beizutragen und dabei die Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens zu bedenken. Das Fach vermittelt außerdem die Einsicht in die normativen Grundlagen menschlichen Handelns.

Ziel des Faches ist die Befähigung zur philosophischen Problemreflexion. Schülerinnen und Schüler sollen in die Lage versetzt werden, selbständig zu philosophieren, was bedeutet, dass sie grundsätzliche Fragestellungen und Probleme (methodisch geleitet und unter Einbezug der philosophischen Tradition) reflektieren können.

Themenbereiche für die Einführungsphase

  • Die Sonderstellung des Menschen
  • Werte und Normen des Handelns im interkulturellen Kontext
  • Umfang und Grenzen staatlichen Handelns
  • Eigenart philosophischen Fragens und Denkens
  • Metaphysische Probleme als Herausforderung für die Vernunfterkenntnis
  • Prinzipien und Reichweite menschlicher Erkenntnis

Themenbereiche für die Qualifikationsphase (Q1)

  • Der Mensch als Natur- und Kulturwesen
  • Das Verhältnis von Leib und Seele
  • Der Mensch als freies und selbstbestimmtes Wesen
  • Grundsätze eines gelingenden Lebens
  • Nützlichkeit und Pflicht als ethische Prinzipien
  • Verantwortung in ethischen Anwendungskontexten

Ein entscheidender Bestandteil der Philosophie im Unterricht ist die argumentativ-dialogische Auseinandersetzung mit anderen Sichtweisen. Dies geschieht auf drei Ebenen des Dialogs: 1. Im Dialog mit sich selbst (Nachdenken), 2. Im Dialog mit anderen Kursmitgliedern (argumentatives Unterrichtsgespräch), 3. Im Dialog mit Autoren philosophischer Texte bzw. der philosophischen Tradition (Textanalyse). Diese Auseinandersetzung soll zur Bildung eines begründeten Urteils führen.

Zur Durchführung der philosophischen Problemreflexion müssen Schülerinnen und Schüler notwendige methodische Verfahren beherrschen. Dazu gehört das abstrahierende Herausarbeiten von philosophischen Problemstellungen und die Analyse und Interpretation philosophischer Texte. Zudem nutzen Schülerinnen und Schüler definitorische Verfahren zur Bestimmung philosophischer Begriffe sowie heuristische Verfahren zur Entwicklung eigener Gedanken.

Eine Voraussetzung für die Teilnahme am Philosophieunterricht ist also eine gewisse Leidenschaft am Denken und die Bereitschaft, andere Sichtweisen, Positionen und Denkmodelle kennenzulernen, sie zu verstehen und sich kritisch mit dem Inhalt auseinanderzusetzen, um auf Basis der Vernunft zu einem begründeten Urteil zu gelangen.

Außerdem müssen Schülerinnen und Schüler im Fach Philosophie argumentativ, strukturiert und begrifflich konsistent philosophische Sachverhalte darstellen können.